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Geschichte

Gründung 

Das genaue Gründungsdatum der Musikkapelle ist heute nicht mehr bekannt, das offizielle Gründungsjahr 1853 geht auf mündliche Überlieferungen und auf eine Quittung aus dem Gemeindearchiv zurück. Besagte Quittung, ausgestellt auf den 29. Mai 1853, erwähnt zum ersten Mal die Entrichtung eines Geldbetrages seitens der Gemeinde Vöran an einen gewissen Michael Gufler, damals Lehrer, Organist und Harmoniumbauer in Mölten. Mit diesem Betrag sollten erstmals absolvierte „Musikstunden am Fronleichnamstag“ beglichen werden. In der Folge treten immer wieder ähnliche Quittungen auf. Laut mündlicher Überlieferung von ehemaligen Musikanten beschlossen im Jahre 1853 drei musikbegeisterte Vöraner, ein Instrument zu erlernen. Nach relativ kurzer Lehrzeit bei Privatlehrern in Meran gründeten besagte drei Vöraner die Musikkapelle Vöran. Ob sich die Geschichte so verhalten hat, sei dahingestellt, Fakt ist aber, dass bereits im Jahre 1953 das hundertjährige Bestehen der Musikkapelle Vöran gefeiert wurde.  

Die Anfänge

Anfänglich bestand, ähnlich wie im restlichen Südtirol, eine enge Verbindung zwischen der Musikkapelle und der Kirche. Die Ausrückungen beschränkten sich beinahe ausschließlich auf geistliche Anlässe. So wurden etwa Einzüge und Platzkonzerte vor und nach der heiligen Messe gespielt. Aber auch Primizien, Prozessionen und andere geistliche Feierlichkeiten wurden musikalisch umrahmt. Erst ab ca. 1930 kamen nach und nach auch weltliche Auftritte dazu, so zum Beispiel ein Konzert beim Traubenfest in Meran. 

Weltkriege, Zwischenkriegszeit, Option und die Nachkriegszeit

Während des ersten Weltkrieges konnte der Spielbetrieb ständig aufrechterhalten werden, allerdings mussten einige Musikanten einrücken, woraus der Kapelle einige Probleme in der Besetzung erwuchsen.
1919 wurde Südtirol von Italien annektiert. Bald darauf kamen die Faschisten an die Macht, welche Südtirol vollkommen italianisieren wollten. Um die deutsche Kultur zu eliminieren, wurden Vereine teils verboten oder aufgelöst, teils schikaniert oder im Falle der Musikkapellen für die faschistischen Zwecke vereinnahmt.
So geschah es auch in Vöran: Die Faschisten traten in Vöran zwar weniger aggressiv auf – so wurde etwa das Tragen der Tracht im Gegensatz zu anderen Orten nie verboten und die Kapelle musste auch nicht dem italienischen Freizeitverein Dopolavoro beitreten – doch musste auch hier italienische Literatur gespielt werden (vor allem Mussolinis Hymnus „Giovinezza“ und die Nationalhymne). Trotzdem wurden die altösterreichisch-tirolischen Stücke stets beibehalten, oft unter dem Deckmantel der Gabe neuer italienischer Titel. 
Die Faschisten bedienten sich der Kapelle auch für ihre Feierlichkeiten. So kam der Präfekt, oberster Verwalter der Provinz Bozen, mehrmals nach Vöran und lobte die „Kapelle,die in ihrer schönen Ortstracht für die Exzellenz seine Anerkennung aussprach“. Noch unter dem Faschismus begann die allmähliche Emanzipation von der Kirche. 
Die Musikanten begannen zunehmend rein weltlich aufzutreten. So beteiligten sich die Vöraner ab 1930 mehrmals am Traubenfest in Meran. Doch die Bindung zur Kirche ist bis heute erhalten geblieben. Die kirchlichen Feste stellen bis heute etwa die Hälfte der Auftritte des Vereins dar.
Zur Zeit der Option wurde die Musikkapelle gespalten. So gab es in dieser dunklen Zeit kurz zwei Kapellen in Vöran: 
die der Dableiber und jene der Optanten für Deutschland. Die Dableiberkapelle ging beim Neujahrwünschen zu den Dableibern, die Optantenkapelle zu den Optanten. 
Danach löste sich die Optantenkapelle auf. Und obwohl nur die wenigsten Deutschwähler wegen Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wirklich ins Deutsche Reich auswanderten, kehrten diese erst nach Ende des Krieges wieder zur Musikkapelle zurück. Trotz aller widrigen Umstände konnte der Spielbetrieb auch während des Zweiten Weltkrieges stets aufrechterhalten werden.
Doch unmittelbar nach dem Krieg war das Ende der Kapelle nahe. Grund war nicht der Mangel an Musikanten, sondern das Fehlen eines musikalischen Leiters, da dieser plötzlich aus Vöran abwanderte. 
Nur dem Einsatz des damaligen Kooperators in Vöran, Rudolf Trambusch, ist es zu verdanken, dass am 2. Jänner 1946 nach mehrmonatiger Pause wieder mit dem Proben begonnen und im August das erste Mal wieder auf dem Dorfplatz konzertiert wurde.
Nach dem Krieg herrschte allgemeine Aufbruchstimmung auch bei den Musikkapellen des Landes.
1948 wurde der VSM (Verband Südtiroler Musikkapellen) gegründet, dem sich alsbald auch die Musikkapelle Vöran anschloss. 
Der VSM forcierte die Erneuerung des völlig überalterten Musikrepertoires. Auch in Vöran war das Spielgut seit der Gründung kaum verändert worden. So begann auch in Vöran zaghaft die Erneuerung des Spielgutes, welche ab den 50er Jahren noch verstärkt wurde.

Die Fünfziger

In den fünfziger Jahren spielte die Musikkapelle zu verschiedenen Anlässen, unter anderem auch bei einem gemeinsamen Treffen der Mk Mölten, Flaas, Vöran und Gargazon im Jahre 1950 oder beim Bauernfest in Sterzing. 1953 feierte die Musikkapelle ihr 100-jähriges Bestandsjubiläum. Damals zählte man etwa 30 Mitglieder. Am 10. Oktober 1954 wurde an den Wertungsspielen anlässlich des 2. Südtiroler Landesmusikfestes teilgenommen.

Die Sechziger

In den sechziger Jahren wurden, ähnlich wie heute, geistliche und weltliche Feste umrahmt. Am Ostersonntag des Jahres 1968 trat die Musikkapelle das erste Mal in der „Tschögglberger“ Tracht auf. Diese tragen die Musikanten noch heute.

Die Siebziger

1973 wurde das 120-jährige Bestandjubiläum gefeiert, bei welchem der damalige Verbandsobmann Matthias Kiem Stickler als Festredner fungierte. In jenem Jahr nahm die Kapelle auch an der Feier zum 25-jährigen Bestehen des VSM und 1979 am Bezirksmusikfest in Lana teil. In den 70er Jahren wurden auch erste Auslandsfahrten unternommen.

Die Achtziger

Anfangs der achtziger Jahre knüpfte man Kontakte mit der Stadtkapelle Bobingen/Deutschland. Daraus wurde eine Freundschaft, die auch heute noch anhält. 1988 nahm die Musikkapelle an den Wertungsspielen anlässlich des 8. Bezirksmusikfestes teil.

Die Neunziger

In den neunziger Jahren erlebte die Musikkapelle einige grundlegende Neuerungen. 1993 feierte die Kapelle ihr 140-jähriges Bestandsjubiläum. Festredner war damals Altlandeshauptmann Silvius Magnago. 1995 wurde erstmals ein Jugendleiter nominiert, was sich auch nachhaltig auf die Jugendarbeit auswirkte. Beim Osterkonzert 1997 debütierten die ersten Mädchen. 1999 wurden sie mit einer eigenen Tracht, passend zur Männertracht, eingekleidet. Im selben Jahr nahm man auch am Bezirksmusikfest und somit an der Marschmusikbewertung in Burgstall teil.

Wandel in der Kapelle bis heute

Seit Beendigung des Zweiten Weltkrieges hat sich in der Musikkapelle Vöran im Rahmen des wirtschaftlichen- und gesellschaftlichen Wandels der Gemeinde vieles grundlegend geändert. Vor allem ab Mitte der 80er Jahre fand ein starker Umbruch innerhalb der Kapelle statt. Neben den zunehmenden weltlichen Auftritten in Form von Festkonzerten, welche auch immer öfters außerhalb der Gemeinde (und sogar im Ausland) stattfanden, nahm auch die Führung und Verwaltung der Kapelle neue Strukturen an. Aufgaben wurden delegiert, neue Funktionen, wie etwa der Jugendleiter, wurden geschaffen. Die gesamte Verantwortung der Leitung des Vereins lag nicht mehr nur beim Kapellmeister und dem Obmann, sondern wurde immer mehr auf eine breitere Gruppe von Funktionären verteilt.

Neben den bürokratischen Veränderungen führten häufigeres Proben bzw. die erstmalige Einführung von Teil- bzw. Registerproben zu einem deutlichen Niveauanstieg der gesamten Kapelle. Im Jahr 1993 wurde erstmals beschlossen, auch Musikantinnen in die Musikkapelle aufzunehmen.  2003 feierte die Musikkapelle schließlich ihr 150- jähriges Bestehen mit einem Jubiläumsfest. Ab dem Jahr 2004 konnte nach jahrelangem Warten endlich der neue Raiffeisensaal genutzt werden. Fast noch wichtiger ist die damit verbundene alleinige Nutzung des ehemaligen Vereinssaales als Probelokal. Dieses wurde in der Folge umgebaut, sodass die Musikkapelle Vöran seit 2009 über ein hochmodernes und funktionales Probelokal verfügt.  Heute zählt die Musikkapelle Vöran 159 Jahre und trägt in der Gemeinde Vöran, aber auch darüber hinaus, einen wichtigen Teil zur kulturellen Bereicherung der Gesellschaft dar. 

 

 

 

 

 

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